FAQ

Häufig gestellte Fragen und Antworten

  • Bleibt die Zahnstellung nach der Behandlung stabil?

    Das kann leider niemand garantieren. Nach einer aktiven Behandlung ist eine lange Stabilisierungsphase notwendig. In unserer Praxis wird z.B. nach einer festsitzenden Apparatur noch mindestens ein Jahr lang kontrolliert, dass sich die Zähne nicht wieder verschieben. In dieser Zeit wird meistens eine herausnehmbare Klammer getragen. Auch nach Abschluss der Behandlung empfehlen wir unseren Patienten, noch zwei Jahre lang die Zähne weiter zu stabilisieren, dann evtl. auch mit festsitzenden Haltedrähten (sog. Retainern). Absolute Sicherheit, dass sich nichts wieder verschiebt, hat man jedoch nie. Besonders bei den Unterkieferfrontzähnen kann es auch im Erwachsenenalter immer wieder zu Engständen kommen.

  • Ist die Entfernung von Milchzähnen unbedenklich?

    Zunächst sollte man alles daran setzen, Milchzähne möglichst lang gesund zu erhalten, denn sie dienen u.a. als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Bei stark zerstörten Milchzähnen, die sich immer wieder entzünden, ist eine Entfernung aber ratsam. Je nach Zeitpunkt der Entfernung, sollte man dann jedoch einen Platzhalter, eine kleine herausnehmbare Klammer, einsetzen, die die entstandene Zahnlücke offen hält, damit der Platz für den nachrückenden bleibenden Zahn erhalten bleibt.

    Zudem kann es sein, dass Milchzähne nicht rechtzeitig ausfallen und die bleibenden Zähne am Milchzahn vorbei zu weit außen oder innen vom idealen Zahnbogen kommen. Auch in solchen Fällen sollten Milchzähne besser entfernt werden, damit der bleibende Zahn sich spontan richtig einordnen kann.

  • Müssen bleibende Zähne entfernt werden?

    Ziel ist es, möglichst alle bleibenden Zähne zu erhalten und einzuordnen. In der modernen Kieferorthopädie gibt es viele Geräte, die auch bei starken Engständen Platz für alle Zähne schaffen. Wenn jedoch ein extremer Platzmangel vor allem im Unterkiefer besteht, ist die Entfernung von bleibenden Zähnen manchmal die Therapie der Wahl und sorgt für das stabilere und vom Gesichtsprofil her schönere Ergebnis.

  • Schadet eine festsitzende Klammer den Zähnen?

    Nein. Die festsitzende Apparatur schädigt die Zähne nicht, wenn sie fachgerecht eingesetzt wurde und regelmäßig überprüft wird. Jedoch ist die Zahnpflege mit einer festen Klammer schwieriger und zeitaufwendiger. Karies und Zahnfleischentzündungen entstehen nicht durch die festsitzende Klammer selbst, sondern durch eine unzureichende Zahn- und Mundpflege in dieser Behandlungsphase.

  • Ist eine kieferorthopädische Behandlung schmerzhaft?

    Jain. Wenn Zähne bewegt werden sollen, muss man eine Kraft aufbringen. Dieses haben die Zähne zunächst nicht gern. Sie müssen sich an die Druck- oder Zugkräfte gewöhnen. Nach dem Einsetzen einer Klammer oder nach erneuter Aktivierung ist es normal, wenn man ein leichtes Druckgefühl oder eine Spannung an den Zähnen spürt, besonders beim Essen. Individuell ist die Reaktion sehr unterschiedlich, für manche sind es Schmerzen, andere sprechen von leichter Spannung. Nach wenigen Tagen haben sich die Zähne an die Behandlung gewöhnt.

  • Herausnehmbare oder festsitzende Klammer – kann ich mir das aussuchen?

    Nein, denn beide Klammerarten haben verschiedene Aufgaben und werden während einer Behandlung oft nacheinander oder kombiniert eingesetzt. Lose Klammern können dabei Dinge, die feste nicht können und umgekehrt. Mit herausnehmbaren Geräten lässt sich z.B. das Kieferwachstum sehr gut fördern oder hemmen. Mit einer festsitzenden Klammer dagegen lassen sich Zähne gezielt und kontrolliert in fast jede beliebige Richtung körperlich, d.h. ohne Kippung, bewegen.

  • Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

    Bis zum 18. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten einer Behandlung, wenn Fehlstellungen des Schweregrades 3-5 vorliegen. Die Schweregrade sind in den kieferorthopädischen Indikationsgruppen (kurz KIG) eindeutig festgelegt und werden von Ihrem Kieferorthopäden nach eingehender Untersuchung bestimmt. Bei Fehlstellungen des Schweregrades 1 oder 2 werden keine Kosten erstattet, auch wenn in vielen Fällen eine Behandlung medizinisch indiziert ist. Bei Schweregrad 3-5 übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Basisbehandlung. Es gibt jedoch viele moderne Maßnahmen und Geräte, die nicht erstattet werden, die Sie jedoch privat wählen können, um die Behandlung zu optimieren.

    Bei über 18-Jährigen werden die Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung nur übernommen, wenn Sie in Verbindung mit einer chirurgischen Lagekorrektur oder Erweiterung der Kieferknochen einhergeht.

  • Wird heutzutage nicht zu viel behandelt?

    Nein, im Vordergrund steht immer die Entscheidung, ob eine Behandlung aus medizinischen Gründen sinnvoll ist. Dass gerade Zähne auch ästehtisch besser wirken, ist ein positiver Nebeneffekt. Heute wird jedoch mehr Wert auf gesunde und gerade Zähne gelegt, die Menschen sind aufgeklärter und die schädlichen Folgen von Zahn- und Kieferfehlstellungen besser bekannt. Dadurch finden mehr Menschen den Weg zu uns.

  • Mein Zahnarzt macht auch Zahnspangen – was ist denn ein Kieferorthopäde?

    Die offizielle Bezeichnung für einen Kieferorthopäden ist “Fachzahnarzt für Kieferorthopädie”. Als Fachzahnarzt für Kieferorthopädie studiert man zunächst Zahnmedizin. Danach schließt sich eine vier Jahre dauernde Weiterbildung an. In diesen 4 Jahren arbeitet man 1 Jahr allgemeinzahnärztlich, mindestens 1 Jahr in der kieferorthopädischen Abteilung einer Universitätsklinik und den Rest in einer kieferorthopädischen Fachpraxis. Am Ende der 4 Jahre steht die Facharztprüfung, bei der man praktische Erfahrung und theoretisches Wissen nachweisen muss. Als Kieferorthopäde arbeitet man dann meistens nur noch in seinem Spezialgebiet, auch wenn man das Legen von Füllungen und Entfernen von Zähnen gelernt hat. Grundsätzlich darf jeder “normale” Zahnarzt kieferorthopädisch behandeln. Es bleibt jedoch zu überlegen, ob ein Zahnarzt, der keine Weiterbildung hat und der auch die anderen Teilgebiete der Zahnmedizin abdeckt, die gleiche Erfahrung und Qualität bieten kann wie ein Fachzahnarzt für Kieferorthopädie. Leider sind inzwischen viele Zusatzbezeichnungen (z.B. Master of Science Kieferorthopädie oder Tätigkeitsschwerpunkt Kieferorthopädie) auf dem Markt, die es dem Patienten schwer machen, den Fachzahnarzt für Kieferorthopädie zu finden.

  • In welchem Alter gehe ich zum Kieferorthopäden?

    Kinder:
    Eine erste Untersuchung kann je nach Fehlstellung schon mit 4-5 Jahren sinnvoll sein. Im Allgemeinen beginnt man bei extremen Fehlstellungen im Alter von 4-8 Jahren mit einer Frühbehandlung . Der normale Behandlungsbeginn liegt jedoch zwischen 9-12 Jahren je nach Zahnwechsel.

    Erwachsene:
    Eine kieferorthopädische Behandlung ist in jedem Lebensalter möglich. Lassen Sie sich unverbindlich beraten.